Fachwerksanierung

Fachwerkhäuser gibt es nicht zuletzt bei uns im schönen Westfalen zu Hauf. Die urige Atmosphäre, die ein Fachwerkhaus ausstrahlt, ist einzigartig. Eichenholz und Lehm, gepaart mit modernen Elementen und schon lassen sich ganz neue, ungekannte Möglichkeiten des Wohnens schaffen. Um die historische Bausubstanz oder das urige Flair zu erhalten, führen wir entsprechende Maßnahmen zu Erhaltung der Bausubstanz durch: Das Fachwerkhaus sanieren. Was steckt dahinter? Nach dem ersten Ortstermin erläutern wir die einzelnen Arbeitsschritte und geben Tipps und Hinweise. Wir errichten nicht nur Wohnraumerweiterungen im Stile von Dachaufstockungen oder Hausanbauten. Gerne sanieren wir auch Ihr Fachwerkhaus.

Fachwerksanierung – was ist das?

Unter Fachwerksanierung versteht man alle Maßnahmen, die zur Erhaltung einer historischen Bausubstanz bzw. Fachwerkhauses durchgeführt werden. Also, ein Fachwerkhaus sanieren. Darunter fallen alle Arbeiten an den Außenwänden, Innenwänden, der Decke, dem Boden und des Daches. Der Umfang der notwendigen Arbeiten lässt sich im Vorfeld schwer vorhersagen. Ein Fachwerkhaus sanieren heißt auch, Geduld haben. Meistens helfen Bauteilöffnungen, um die Kosten der Sanierungsarbeiten einzuschätzen.

Ein Fachwerkhaus sanieren heißt folgende Arbeitsschritte durchzuführen:

Holzbalken tauschen

Ausgetauschte Holzbalken mit Dreikantleisten. Die Gefache werden mit Lehmsteinen ausgemauert.

  • Holzbalken aufarbeiten
  • Balken ausbessern
  • Fachwerkbalken austauschen
  • Anstrich innen und außen
  • Gefache erneuern
  • Risse in Holzbalken verschließen
  • Ganze Fachwerkwände austauschen
  • Balken verlängern, Deckenbalken ergänzen

Aus welchen Materialien sind Fachwerkhäuser?

Die Holzbalken eines Fachwerkhauses sind in den meisten Fällen aus Eichenholz. Bei einer Fachwerkhaus-Sanierung sollte abgelagertes Eichenholz  oder gebrauchtes Eichenholz verwendet werden. Dadurch wird das Quellen und Schwinden der neuen Hölzer nach dem Einbau verhindert.

Die Räume zwischen den Holzbalken nennt man Gefache. Meistens sind diese mit Lehm und Weidengepflecht ausgefüllt. Manchmal findet man als Ausfachung auch Feldbrandsteine oder Ziegel.

11 Schäden an Fachwerkhäusern

Sie stellen eine morsche Stelle an einem Holzbalken fest. Die Farbe platzt ab und man kann mit dem Finger hineindrücken. Ein Gefach kann durch einfaches drücken bewegt werden. Dann wird es Zeit, sich die Konstruktion genauer anzusehen und über die Fachwerksanierung nachzudenken.

Das älteste Fachwerkhaus Deutschlands steht in Esslingen und ist Baujahr 1261. Viele Fachwerkhäuser sind mindestens 150 Jahre alt und haben viel erlebt. Da darf schon einmal etwas faul, marode oder kaputt sein. Kalt und warm in regelmäßigen Abständen. Dauerregen oder Sonnenschein. All das zerrt an der Substanz. Hinzu kommen unzählige Versuche, das Holzwerk oder die Gefache vor den Umwelteinflüssen zu schützen. Oft leider falsch. Holz wird mit einer teer- oder bitumenartigen Substanz gestrichen. Die Fuge zwischen Holz und Gefach

Beschädigter Holzbalken unter Beschichtung.

Hinter alter Beschichtung verbergen sich oft umfangreiche Beschädigungen der Holzbalken eines Fachwerkhauses.

mit einer „Superdichtmasse“ geschlossen. Von den Rissen im Holz ganz zu schweigen. Nachträgliche Dämmmaßnahmen auf den Außenwänden

eines Fachwerkhauses sind der Anfang vom Ende einer gut funktionierenden Fachwerkkonstruktion. Alles Maßnahmen, die eher schlecht für ein altes Fachwerkhaus sind. Je früher ein Schaden erkannt und behoben wird, desto geringer der Arbeitsumfang und die Kosten einer Fachwerksanierung. Folgende Aufstellung zeigt typische Schäden an Fachwerkhäusern oder Schäden an der Fachwerkkonstruktion:

  • Verfaulte Schwelle
  • Marode Balken im Bereich der Deckenauflager
  • Verfaulte Balken unmittelbar unter den Fensterbänken
  • Geschädigte Eckpfosten
  • Gefache wackeln oder fallen raus
  • Risse in Holzbalken
  • Fugen zwischen Holz und Mauer
  • Risse zwischen Holz und Gefach
  • Balken lässt sich mit Finger eindrücken
  • Silikon oder bituminierte Dichtstoffe in der Fuge zwischen Holzbalken und Gefach
  • Ausbetonierte Teilbereich in dem Holztragwerk

Fachwerkhaus sanieren – wie läuft das ab?

Wenn die Holzbalken ausgebessert, aufgearbeitet oder ausgetauscht sind, werden die angrenzenden Gefache ebenfalls aufgearbeitet oder ausgetauscht. Sollte ein Komplettaustausch nötig sein, so werden sie mit kleinformatigen Lehmsteinen  ausgemauert, dann mit Lehmmörtel im Innenbereich und Kalkmörtel im Außenbereich verputzt. Dreikantleisten fixieren die Lehmsteine an der Fachwerkkonstruktion. Die Fachwerkbalken werden mit einer diffusionsoffenen Lasur und die Gefache mit einer Kalkfarbe gestrichen. Die Außenwand erhält dadurch einen zusätzlichen Wetterschutz. Meistens erfolgen die Verputz- und Anstricharbeiten erst nach einiger Zeit. Die Unterschiedlichen Materialien Holz, Lehm und Mörtel müssen ausreichend Gelegenheit zum Trocknen bekommen.

Denkmalschutz und Zeugnis der Vergangenheit

Die Untere Denkmalbehörde nimmt historische Bauwerke auf die Denkmalliste. Das bedeutet: Das Gebäude ist dann besonders erhaltenswert und wird vor Abriß

Denkmalschutz Sanierung

Ein Fachwerkhaus sanieren ist oft eine umfangreiche Maßnahme. Denkmalschutz bedeutet, sorgfältig vorzugehen und bestehende Substanz zu erhalten.

oder Verfälschung geschützt. Der Denkmalschutz kann für das gesamte Haus oder nur für die Aussenfassade, die Innenwand, Bodenbeläge oder andere Details gelten. Es bleibt also ein Vermächtnis der Vergangenheit. Die Holzbauprofis beschäftigen sich mit Fachwerkhäuser. Wenn ein Schaden an der Fachwerkkonstuktion festgestellt wird, erfolgt die Sanierung nach Absprache mit der Unteren Denkmalbehörde oder dem zuständigen Landschaftsverband  (in Nordrhein-Westfalen: Westfalen-Lippe). Bei einer denkmalgerechten Fachwerkhaus-Sanierung wird mit den Materialien gearbeitet, aus denen das Fachwerkhaus gebaut wurde. Auch die Arbeitstechniken zur Herstellung von tragfähigen Verbindungen oder dem Aufbau der Gefache werden angewendet. Dies kann sehr aufwendig und umfangreich werden. Im Übrigen sind denkmalgeschützte Gebäude von den Anforderungen der Energieeinsparverordnung befreit. Ein Vorteil bei einer Fachwerksanierung.

Bei uns sind Sie für die Arbeiten an Ihrem alten, wunderschönen Schmuckstück garantiert richtig, selbst denkmalgerechte Sanierung und Instandsetzung von Fachwerkhäusern gehört zu unserem Leistungsprogramm und wird mit erfahrenen Restauratoren ausgeführt. Tradition verpflichtet! Bei uns ist die Fachwerksanierung von Fachwerkkonstruktionen und Fachwerkhäusern in erfahrener Hand.

6 Tipps für langlebige Fachwerk-Konstruktionen

TIPP 1: Schäden vermeiden! Im Laufe der Zeit entstehen zwischen dem Gefach und den tragenden Holzbalken der Außenwände Lücken oder Abrisse. Diese dürfen nicht mit Silikon oder sonstigen Dichtmaterialen ausgefüllt werden. Es besteht die Gefahr, dass trotzdem weiterhin Abrisse zwischen Gefach und Holzwerk entstehen. Dort kann Wasser eintreten, aufgrund der „Abdichtung“ allerdings auch nicht mehr raus. Dann entstehen Schäden innerhalb der Konstruktion, die sich leider erst nach größerer Ausbreitung „zeigen“.

Facherksanierung

Die Fuge zwischen Holz und Mauerwerk wurde mit einem Dichtstoff geschlossen. Es konnte kein Wasser eindringen, aber auch kein eigedrungenes Wasser wieder heraus. Das ist ein Überraschungsei.


Ausgetauschte Holzbalken

Ausgetauschte Holzbalken mit Ausfachung bzw Ausmauerung aus Lehmsteinen.

TIPP 2: Ist die Tragkonstruktion mit einer Bitumen- oder teerartigen Substanz gestrichen? Runter damit! Sie verhindert nicht nur, dass Wasser hineinkommt. Sie verhindert auch, dass eingedrungenes Wasser ausdiffundieren kann. Handeln Sie, bevor das Fachwerk saniert werden muss.

TIPP 3: Nachträglich aufgebrachte Außendämmung in Form eines Wärmedämmverbundsystemes schadet jeder Fachwerkwand. Fachwerk muss Fachwerk bleiben. Die diffusionsoffene Konstruktion eines Fachwerkhauses ist dann besonders anfällig, wenn „moderne“ Materialien und gefährliches Halbwissen zum Einsatz kommen. Die Fachwerkwand kann nicht mehr atmen. Dies hat zur Folge, dass sich Feuchtigkeit in der Wand sammelt und zu Schäden führt.

TIPP 4: Rankpflanzen und enger Bewuchs müssen entfernt werden. Ein Fachwerkhaus braucht, wie der Mensch, Luft zum Leben. Dichter Bewuchs durch Sträucher oder Pflanzen verhindert einen Luftzug und das Abtrocknen der Aussenfassade. Bewuchs muss mit ausreichend Abstand zu der Wandkonstruktion gepflanzt oder durch Schnitt kontrolliert werden. Rankpflanzen verhindern ebenfalls das Abtrocknen der Aussenfassade und Schaden zudem die Holzkonstruktion durch Einwachsen in Fugen und Lücken. Sie dienen dann eher als Feuchtigkeitsspeicher, was zu Schäden führt.

TIPP 5: Der Anstrich der Fachwerkhölzer im Außenbereich muss mit geeigneter, diffusionsoffener Lasur erfolgen. Durch den diffusionsdichten Anstrich kann zwar keine Feuchtigkeit mehr eindringen, jedoch kann auch keine Feuchtigkeit mehr nach außen. Dies wird langfristig zu Schäden in der Außenwandkonstruktion und „hinter“ dem Anstrich führen. Die Fachwerkhaus-Sanierung ist dann unumgänglich.

TIPP 6: Jedes Fensterelement braucht eine funktionierende Außenfensterbank. Fehlende oder kaputte Aussenfensterbänke können Wasser in die Wandkonstruktion lassen. Dadurch entstehen Feuchtigkeitsschäden mit unsichtbarem Ausmaß. Leider müssen wir dann Ihr Fachwerkhaus sanieren.

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